TOP 6 - Sanierung Stützmauerwerk Unterlimpurger Straße/Haalsteige; hier: Projektinformation, Einleitung VgV-Verfahren - Vorberatung - (öffentlich)

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Sitzungsvorlagen-Nummer: 149/23

Sachvortrag:

Die Sanierung des Stützmauerwerkes der Unterlimpurger Straße/Haalsteige ist eine Herausforderung für Planung und Ausführung. Die Stützmauer ist von der Kocherseite nur schwer zugänglich und vor der Mauer ist starker Bewuchs vorhanden.

Für die Planung der Sanierungsmaßnahme müssen eine Vielzahl an Randbedingungen berücksichtigt, untersucht und geplant werden:

    • Zustand des Mauerwerks und der Gewölbe dokumentieren/bewerten
    • Standsicherheit der Stützmauerbereiche untersuchen
    • Sicherungsmaßnahmen für Stützmauerbereiche festlegen
    • Sicherungsmaßnahmen gffs. mit Nachbargrundstücken abstimmen (Gestattung)
    • Neues Geländer entlang der Unterlimpurger Straße/Hallsteige
    • Andienung der Baustelle, Materialtransport, Baustelleneinrichtungsflächen
    • Einschränkungen Sanierung für die Straßenbenutzung Unterlimpurger Straße/Hallsteige
    • Infrastruktur in der Straße (Leitungsträger, Abwasser, Gas, Wasser, Fernwärme, Strom, Telekommunikation) erneuern
    • Zulässige Verkehrsbelastung Unterlimpurger Straße 7 Hallsteige
    • Naturschutz (Flora und Fauna) - Rodungs- und Bauzeiten

Im Frühjahr 2022 wurde entlang der Unterlimpurger Straße und der Haalsteige von der Straßenfläche aus eine Baugrunderkundung durch das geotechnische Büro Smoltczyk und Partner durchgeführt und auf Grundlage dieser Erkundungen ein Baugrundmodell und geotechnischer Untersuchungsbericht mit einer Bauwerks- und Zustandsbeschreibung erarbeitet. Der Bericht wurde Anfang des Jahres fertiggestellt.

Aus den Ergebnissen geht hervor, dass die Mauer größtenteils im oberen Muschelkalk gegründet ist. Am Beginn der Unterlimpurgerstraße gibt es einen Bereich mit einem Gründungsniveau auf dem dort vorhandenen Hangschutt. In den erstellten Profilen (Querschnitten) ist bei den Profilen 0+98 und 0+280 eine sehr schlanke Mauerwerkskonstruktion vorhanden. Diese Bereiche müssen weiter hinsichtlich der Standsicherheit mit den anzusetzenden Verkehrslasten untersucht werden und voraussichtlich Sicherungselemente eingebaut werden.

Mit diesen geotechnischen Erkenntnissen und der durchzuführenden Zustands- und Bestandserfassung des Mauerwerks kann eine Sanierungsplanung erstellt werden. Für diese Planung bedarf es einer Objektplanung entsprechend dem Leistungsbild der HOAI für Ingenieurbauwerke mit den besonderen Leistungen der Bestandsaufnahme, Bauüberwachung. Desweiteren sind Leistungen der Tragwerksplanung (geotechnische Nachweise) und die notwendigen speziellen Fachkenntnisse im Bereich der historischen Mauersanierung notwendig.

Das Ingenieurbüro IGB hat diese Baugrunderkundung begleitet und eine grobe Bestandserfassung durchgeführt und für den Haushaltsansatz für die Sanierung der Stützmauer (ohne Straßenbau, Leitungen und Kanäle) eine Kostenannahme für die Baukosten von 4,5 Mio. € ermittelt.

Auf Grund der Baukosten und der daraus resultierenden Honorarermittlung ergeben sich folgende Honorarannahmen:

Objektplanung Ingenieurbauwerke             350.000 €
Besondere Leistung Bestandsaufnahme      50.000 €
Besondere Leistung Bauüberwachung       150.000 €
Tragwerksplanung                                       150.000 €

Das Honorar für die Objektplanung liegt über dem Schwellenwert von 215.000 € für  die Durchführung eines VgV-Verfahren für die Vergabe der Planungsleistung.

Das VgV-Verfahren ist für Herbst 2023 geplant und das Verfahren soll mit Hilfe eines externen Büros durchgeführt werden. Die oben genannten Leistungen sollen als ein Gesamtplanungsauftrag im Verfahren vergeben werden, um bei dieser komplexen Planungsaufgabe die Schnittstellen möglichst gering zu halten.

Für die Angebotsabgabe ist es erforderlich, dass die ausgewählten Bieter (VgV-Verfahren mit Teilnahmewettbewerb) sich vor Ort ein Eindruck und Bild von der Planungsaufgabe für die Abgabe eines Angebotes machen können. Hierfür muss im Hinblick auf die spätere Bestands- und Zustandserfassung im Herbst ein Streifen vor der Mauer vom Bewuchs frei geschnitten werden. Die hinteren Bereiche in Richtung Steinbach sind von unten nicht zugänglich. Für diese Eingriffe und auch die spätere Mauersanierung wird zeitnah ein Abstimmungstermin mit dem Bau- und Umweltamt insbesondere der unteren Naturschutzbehörde stattfinden.

Das mit den Voruntersuchungen beauftragte Ingenieurbüro IGB wird nicht an dem VgV-Verfahren teilnehmen. Die Stadtverwaltung möchte sich dennoch das exzellente Fach- und Projektwissen für die Umsetzung der Sanierungsmaßnahme auch im Hinblick auf die Personalsituation sichern. Das Ingenieurbüro IGB soll mit der technischen Projektsteuerung und der Bauherrenberatung beauftragt werden.

Zeitplan:
2023 Vergabe Planungsleistungen
2024 Bestandserfassung/Planungen
2025 Ausschreibung/Baubeginn Sanierung
2026 Sanierung
2027 Sanierung
2028 Sanierung/Leitungen/Straßenbau/Geländer

Kosten und Finanzierung:

Im Finanzhaushalt der Stadt 2023, Produkt 54100100, Konto 78720000, Maßnahme 22013, sind Mittel in Höhe von 910.000 € verfügbar. 2024 stehen weitere 500.000 € zur Verfügung.

Insgesamt sind derzeit Mittel in Höhe von 4.910.000 € im Finanzhaushalt vorgesehen. Der Gesamtmittelbedarf ist entsprechend den Planungsphasen anzupassen.

Anlagen:
Anlage 1: Übersicht Luftbild
Anlage 2: Lageplan 1 Bohrpunkte
Anlage 3: Lageplan 2 Bohrpunkte
Anlage 4: Geologischer Querschnitt Station 0+050
Anlage 5: Geologischer Querschnitt Station 0+098
Anlage 6: Geologischer Querschnitt Station 0+280
Anlage 7: Fotos

Beschlussfassung:

1. Der Sachvortrag wird zur Kenntnis genommen.

2. Die Verwaltung wird beauftragt die Vergabefahren nach Vgv für die o. g. Planungsleistungen einzuleiten.

(14 Ja-Stimmen, 3 Enthaltungen)

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