§ 117/1 - Fragestunde1. Baumfällungen im Stadtgebiet - Anfrage von StRin Niemann vom 28.03.2014 - hier: Antwort der Verwaltung vom 28.05.2014 (öffentlich)

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Sachvortrag:

siehe BPA vom 31.03.14, § 49/5

Der Erhalt großer stadtbildprägender Bäume ist ebenso ein Anliegen der Verwaltung, wie des Oberbürgermeisters. In Schwäbisch Hall gibt es ca. 18.000 Bäume, die von der Verwaltung zu kontrollieren und zu unterhalten sind. Bäume sind jedoch in einen Lebenszyklus eingebunden, der alters- oder krankheitsbedingt endet. Die Verwaltung versichert, die Notwendigkeit von Baumfällungen intensiv zu prüfen und die Entscheidung einem sorgfältigen Abwägungsprozess zu unterwerfen.

Beantwortung der Fragen:

1.
a) Die Eschen an der Tullauer Höhe standen in unmittelbarer Nähe der seit Jahren existierenden Kleingartenanlage. Die zunehmende Verschattung der Kleingartenanlage und die immer wieder wild austreibenden Eschen führten dazu, dass die Nutzungsfähigkeit der Kleingartenanlage nicht mehr gegeben war. Die Pächter der Kleingartenanlage haben den dringenden Wunsch geäußert, diese Eschen fällen zu lassen. Aus Sicht der Verwaltung wurde in der Abwägung der Funktionsfähigkeit der Kleingartenanlage und somit auch dem Wunsch der Bürgerschaft der Vorrang gegeben.

b) An der Gartenschauhalle wurde eine Robinie gefällt. Diese Robinie war ein so genannter Zwiesel mit deutlich sichtbarer Stockfäule. Die Kosten für die Sanierung waren im Verhältnis zur erwartenden Lebensdauer unverhältnismäßig hoch.

c) In den Ackeranlagen mussten mehrere Weiden und Erlen gefällt werden, die eine hohe Bruchgefahr aufwiesen. Beide genannten Baumarten zählen zu der Baumtypologie, die in ihrem Lebenszyklus häufig auf den Stock gesetzt werden, damit sie neu austreiben.

d) Die gefällte Linde am Bahnhof wies einen starken Hohlraum auf, der die Statik des Baumes erheblich beeinträchtigte. Die Fällung war unumgänglich. Es wird jetzt schon darauf hingewiesen, dass neun weitere Linden in diesem Bereich ebenfalls gefährdet sind.

e) Die gefällte Weide am Kocherkanal bei der alten Spinnerei wies die so genannte Stockfäule auf. Die Weide wurde auf den Stock gesetzt, damit sie sich zu einer Kopfweide entwickeln kann.

f)  Die Pappel an der Kocherbrücke in Gelbingen war überaltert. Die Kosten für eine Sanierung sind, insbesondere bei Pappeln, außerordentlich hoch und gewährleisten keine Sicherheit.

g) Im Auwaldstreifen an der Kocherbrücke in Gelbingen wurde eine kranke Weide gefällt. Es wurde eine schwarze Pappel nachgepflanzt.

Weiterhin wurden ca. vier Eschen gefällt. Diese Eschen litten unter dem so genannten Eschentriebsterben. Dies ist eine Pilzerkrankung, die in jüngerer Zeit bei sehr vielen Eschen im Stadtgebiet zu beobachten ist.

h) An der Kleingartenanlage am Reifenhof wurden vier Hainbuchen gefällt. Hier handelt es sich um alte Sturmschäden. Die Bäume haben sich im Laufe ihres Lebenszyklus zu so genannten Zwieseln entwickelt, die eine große Bruchgefahr zur Folge haben.

i) Die gefällte Kastanie auf dem Sparkassenplatz war, wie deutlich ersichtlich, sehr krank. Die Vitalität dieses Baumes hat so nachgelassen, dass eine Sanierung langfristig nicht sinnvoll ist. Als Ersatz wurde umgehend eine Sommerlinde nachgepflanzt.

j) Auf der Ruine Limpurg musste auch eine Linde gefällt werden. Diese Linde stand auf einem statisch gefährdetem Kellergewölbe. In der Abwägung zwischen den Belangen des Denkmalschutzes und den ökologischen Belangen wurde hier den Belangen des Denkmalschutzes der Vorrang gegeben.


2. Um die zu erwartende Realisierung des Parkhauses auf der Weilerwiese zeitlich nicht zu gefährden, wurden präventiv die Bäume auf der Weilerwiese gefällt. Der Gemeinderat wurde hierüber entsprechend informiert.

3. Die Entscheidung bezüglich der Baumfällungen in der Stadt wird von der Bauverwaltung bei stadtbildprägenden Bäumen im engen Einvernehmen mit dem Oberbürgermeister getroffen. Die fachliche Qualifikation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Abteilung Stadtplanung und der Mitarbeiter des Werkhofes lässt eine zweifelsfreie Begründung für die Erforderlichkeit einer Baumfällung erwarten.

4. Mit Ausnahme der Baumfällaktion an der Kleingartenanlage und im Auwaldstreifen in Gelbingen war sowohl der amtliche, als auch der private Naturschutz informiert.

Die Anzahl der gefällten Bäume entspricht bei weitem nicht der statistisch zu erwartenden Anzahl abgängiger Bäume (180 Bäume/Jahr bei einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 100 Jahren). Das ist zum Teil darin begründet, dass eine Vielzahl von Bäumen in der Stadt mit Seilabspannungen vor dem Verfall bewahrt werden. Diese Vorgehensweise ist jedoch noch einmal kritisch zu überprüfen. Mit einer frühzeitigen Ersatzpflanzung für einen gefährdeten Baum lassen sich solche künstlichen, darüber hinaus auch sehr kostenintensive Maßnahmen der Seilabspannung, vermeiden.

Abschließend möchte die Verwaltung Sie noch davon in Kenntnis setzen, dass die Verwaltung in den Pflanzjahren

2011:   191
2012:   126
2013:     85

neue Bäume gepflanzt hat. Mit dieser Anzahl der Neuanpflanzungen kann deutlich belegt werden, dass die Verwaltung die Grünsubstanz in der Stadt in verantwortungsvoller Weise pflegt.

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