§ 72 - Vergabe der Sanierung von Grundstücksanschlussleitungen in offener Bauweise als Vorbereitung für die Inlinersanierung im Jahr 2014 (öffentlich)

Aus Ratsinformationssytem Schwäbisch Hall
Version vom 28. April 2014, 08:31 Uhr von Kitterer (Diskussion | Beiträge)
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Sachvortrag:

Der Eigenbetrieb Abwasserbeseitigung unterhält ein Kanalnetz von rund 300 km Länge  sowie die Grundstücksanschlussleitungen (in der Regel von dem Hauptkanal bis ein Meter hinter der Grundstückgrenze).

Die Kanalsanierungsarbeiten wurden im Jahr 2013 in zwei Losen ausgeschrieben (Los 1, unterirdisch geschlossen Sanierung mit Inliner an die Firma Max Bögl; Los 2, offene Aufgrabungen und vorbereitende Tiefbauarbeiten an die Firma Gebrüder Eichele für 383.263,72 €). Um günstige Submissionsergebnisse zu erzielen, wurde eine Ausführungszeit bis Oktober 2014 ausgewählt.
Es werden insgesamt ca. 6 km Kanal mit einem Durchmesser zwischen 150 und 800 mm in diesem Jahr unterirdisch durch Inliner saniert.

Vor der Sanierung der Hauptkanäle ist es dringend erforderlich, den Zustand der Anschlussleitungen zu untersuchen. Werden Schäden wie Einstürze bzw. Deformationen im Bereich der Anschlussleitungen festgestellt, die in offener Bauweise zu sanieren sind, müssen diese vor dem Einziehen des Inliners behoben werden. Eine spätere Sanierung verursacht erhebliche Mehrkosten für die Einbindung in den Hauptkanal. Hinzu kommt, dass Teilleistungen des vorher sanierten Anschlusses wieder rückgebaut werden müssten. Erfahrungsgemäß ist mit Mehrkosten von ca. 50 % pro Anbindung an den Hauptkanal zu rechnen. Außerdem macht eine Sanierung des Hauptkanals ohne gleichzeitige Sanierungen der Anschlussleitungen keinen Sinn, da bei vielen Schäden, wie z. B. Fremdwassereintritt das saubere Fremdwasser dann über die Anschlussleitungen in den Hauptkanal gelangt und weiterhin zur Belastung der Kanäle und Sonderbauwerke führt und erhebliche Energiekosten für Kläranlagen verursacht. Die Kosten für die Behandlung für den Fremdwasseranteil (ca. 42 % ) in der Kläranlage Vogelholz betragen jährlich ca. 245.000 €.

Auf Grundlage der Zustandsbewertungen von 520 Anschlussleitungen im Bereich des o. g. Bauvorhabens ergeben sich 60 dringend sanierungsbedürftige Schäden. Diese Schäden können nur durch punktuelle Aufgrabung behoben werden, z. T. muss der komplette Anschluss auch erneuert werden. Diese unvorhersehbare Sanierung verursacht weitere selbst errechnete Kosten von ca. 389.000 € brutto.

Da es sich um notwendige Tiefbauarbeiten im Vorfeld der Inlinersanierung handelt, müssen diese im Sinne einer einheitlichen und nachhaltigen Kanalsanierung vorher durchgeführt werden. Die Firma Eichele hat dem EB Abwasserbeseitigung schriftlich mitgeteilt, die zusätzliche Arbeiten zu den Einheitspreisen entsprechend dem Angebot vom Jahr 2013 durchzuführen. Die Leistungen sind preislich angemessen.

Nach dem Abschluss dieser Baumaßnahme sind noch weitere Investitionen von rd. 2,7 Mio. € bis Ende des Jahres 2017 für die Behebung der gravierendsten Schäden (Umwelt- und Sicherheitsschäden) des Kanalnetzes geplant. Im Wirtschaftsplan 2014 und 2015 und in der Finanzplanung bis 2017 sind entsprechende Mittel vorgesehen.

FB Revision
Der FB Revision wurde über die Abweichung von DA Bauvergabe informiert und stimmt der  Auftragserweiterung zu.

Beschluss:

Der Vergabe der zusätzlichen Kanalsanierungsarbeiten an den Grundstücksanschlussleitungen als vorbereitende Tiefbauarbeiten zur Inlinersanierung an die Firma Gebrüder Eichele GmbH aus Untergröningen zum angebotenen Betrag von 389.000 € wird zugestimmt.
(einstimmig - 39 -)

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