§ 64 - Umbau und Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes Im Haal 14; hier: Bericht zum Stand der Baumaßnahmen und Bereitstellung von überplanmäßigen Mitteln (öffentlich)

Aus Ratsinformationssytem Schwäbisch Hall
Version vom 28. April 2014, 08:16 Uhr von Kitterer (Diskussion | Beiträge)
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Sachvortrag:

1. Stand der Baumaßnahme
Die ehemalige Volks- und Mädchenschule, erbaut 1835 bis 1838, gehört neben dem alten Gymnasium an der Michaelskirche zu den ältesten noch erhaltenen Schulhäusern der Stadt und steht unter Denkmalschutz.
Bisher wurde das Gebäude von der Volkshochschule genutzt. Jetzt werden hier die Freilichtspiele und die Haller Akademie der Künste in neu eingerichteten Werkstätten, Ateliers, Proben- und Veranstaltungsräumen sowie Büros arbeiten. Unter weitestgehender Erhaltung der historischen Bausubstanz wurde das denkmalgeschützte Gebäude seit Mai 2013 umgebaut und saniert. Die Gesamtmaßnahme steht kurz vor der Vollendung und das Gebäude wird mit einem Tag der offenen Tür am 05.04.2014 der Öffentlichkeit vorgestellt.

Bauablauf
Bereits in der Gemeinderatssitzung vom 27.06.2012, § 150 nö, wurde dem Umbau und der Sanierung des Gebäudes zugestimmt und aufgrund der damaligen Kostenschätzung Mittel in Höhe von 1,2 Mio. € brutto zur Verfügung gestellt.

Nach mehreren Vorplanungen und intensiven Abstimmungsgesprächen mit den Nutzern sowie dem Denkmalamt wurde die Baugenehmigung mit den entsprechenden denkmalschutzrechtlichen und baurechtlichen Auflagen am 17.04.2013 erteilt.

Im Mai 2013 konnte mit den eigentlichen Bauarbeiten begonnen werden. Eine der größten energetischen Maßnahmen war die Wärmedämmung der gesamten Dachfläche. In Abstimmungen mit dem Denkmalamt wurden Dachgauben angepasst und der Vortragsraum erhielt eine neue Schrägverglasung. Neben der Dachdämmung wurde auch die Heizungsanlage komplett erneuert und das Gebäude erhielt in Zusammenarbeit mit dem Energiebeauftragten, Herrn Schwarz-Leuser, in nahezu allen Räumen eine Einzelsteuerung, was den Energieverbrauch für die zukünftigen Nutzer erheblich senkt.
Mit dem Einbau eines Aufzugs wurde die Auflage für die Herstellung der Barrierefreiheit erfüllt. Vom Untergeschoss (hier befinden sich die zentralen Toilettenanlagen) bis zum Dachgeschoss mit den Vortrags- und Übungsräumen sind nun alle Ebenen mit dem Aufzug erreichbar. Der Aufzug ist so dimensioniert, dass auch größere Lasten transportiert werden können.

Durch den Einbau einer Schreiner- und Schlosserwerkstatt für die Freilichtspiele sowie Töpfer-, Holz- und Steinbearbeitungswerkstätten musste für die entsprechende Maschinenausstattung und Brennöfen die elektrische Versorgung deutlich verbessert werden. Zusätzliche Unterverteiler und Zähleinrichtung für die getrennten Nutzer waren erforderlich. Auch die Sanitärausstattung und die Zu- und Entwässerungsleitungen im Gebäude wurden auf den neuesten Stand gebracht, wobei alle Eingriffe und Maßnahmen mit dem Denkmalamt abzustimmen waren.

Mittlerweile sind die Arbeiten zu 95 % fertiggestellt. Nach dem Umzug der Akademie der Künste zum Jahreswechsel zogen die Freilichtspiele Ende Januar in ihre neugeschaffenen Büroräume im 1. OG ein. Die Werkstatt-Räume der Freilichtspiele werden Ende März plangemäß in Betrieb genommen. Nach Abschluss der Restarbeiten wird das Gebäude zum Tag der offenen Tür am 05.04.2014 mit gemeinsamen Veranstaltungen von Stadt, Akademie der Künste sowie den Freilichtspielen nach knapp elf1 Monaten Bauzeit seiner neuen Bestimmung übergeben.

Voraussichtliche Mehrkosten in Höhe von 15 %
Nach der aktuellen Hochrechnung der einzelnen Gewerke und der Kosten für die zusätzlich erforderlich gewordenen Maßnahmen ist mit Mehrkosten in Höhe von ca. 180.000 € zu rechnen. Dies entspricht 15 % des ursprünglichen Budgets von 1,2 Mio. aus der Schätzung vom März 2012. Der aktuelle Ausgabenstand von Mitte Februar 2014 liegt bei ca. 50 %.

Ein hoher Anteil der Mehrkosten entstand für zusätzliche Leistungen, die durch die besonderen Umstände vor Ort erst während der laufenden Baumaßnahmen (Abdeckung der Dachhaut, Öffnung von Deckenfeldern für den Aufzug bzw. für Installationsleitungen) erkannt werden konnten:

So wurden beispielsweise bei den Dachdeckungsarbeiten Auswechslungen und zusätzliche Verstärkungen von Hölzern erforderlich, da die Schäden an der Dachkonstruktion umfangreicher waren als aufgrund der Voruntersuchungen (ohne Gerüst) zu erkennen war. Hier entstanden zusammen mit zusätzlich erforderlichen Rohbauarbeiten im Kellerbereich Mehraufwendungen von

ca. 41.000€ brutto.

Bei den Malerarbeiten wurden an Teilbereichen der Fassade zusätzliche Arbeiten zur Festigung des Untergrundes erforderlich. Im Innenbereich mussten bei den Leitungsverlegungen für Elektro-, Heizungs- und Sanitärinstallationen aufgrund der schlechten Bausubstanz Putz- und Malerarbeiten in größerem Umfang als geplant durchgeführt werden. Mehrkosten

ca. 36.000€ brutto.

Zusätzliche Verkleidungen von Aufputzinstallationen, die Herstellung von erhöhtem Schallschutz für die Werkstätten sowie Brandschutzverkleidungen, führten zu Mehrkosten von

ca. 17.000€ brutto.

Nach Überprüfung der vorhandenen Elektroinstallation mussten teilweise noch vorhandene 2-adrige Leitungen ausgetauscht und weitere Zähler- und Verteilereinrichtungen eingebaut werden. Ein zusätzlicher Elektroanschluss für Veranstaltungen auf dem Haalplatz und die denkmalgerechte Montage der Einzelraumregelungen erhöhten den Aufwand in diesem Gewerk um

ca. 34.000€ brutto.

Zusätzliche Lüftungskanäle zur Standardverbesserung im WC-Bereich und die Erneuerung von Wasserleitungen führten zu Mehrkosten von

12.000 € brutto.

Ausbesserungen an den vorhandenen Parkettböden wurden umfangreicher als ursprünglich geplant. Mehrkosten

ca. 12.000€ brutto.

Zusätzliche Umzugskosten und erhöhter Gebäudereinigungsaufwand infolge mehrerer Umzugsetappen sowie umfangreiche Kleinreparaturen und Schreinerarbeiten an denkmalgeschützten Einbauten erhöhen die Kosten um

ca. 28.000€ brutto.

Insgesamt ergeben sich voraussichtliche Mehrkosten von

180.000 € brutto.

2. Überplanmäßige Mittelbereitstellung
Die Verwaltung schlägt vor, Mittel in Höhe von 180.000 € überplanmäßig zur Deckung der oben genannten Mehrkosten bereitzustellen.
Für die Baumaßnahme „Neubau eines Schülerhauses mit Bibliothek" am Schulzentrum Ost wurden im Jahr 2013 die letzten Schlussrechnungen der Firmen und Ingenieurbüros vorgelegt. Hier konnten im Gegenzug Einsparungen in Höhe von ca. 250.000 € realisiert werden.

Beschluss:

  1. Der Gemeinderat nimmt vom o. g. Sachstandsbericht der Baumaßnahme Kenntnis.
  2. Der überplanmäßigen Mittelbereitstellung in Höhe von 180.000 € zur Deckung der Mehrkosten bei der Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes Im Haal 14, wird zugestimmt.

(37 Ja-Stimmen, 1 Enthaltung; Stadtrat Baumann wegen Befangenheit abgetreten)

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