§ 233 - Sachstandsbericht zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners und der Rosskastanienminiermotte (öffentlich)

Aus Ratsinformationssytem Schwäbisch Hall
Version vom 6. November 2013, 10:27 Uhr von Kitterer (Diskussion | Beiträge)
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Sachvortrag:

In der Sitzung vom 29.04.2013, § 81 beschloss der Bau- und Planungsausschuss, die Eichenbestände in Schwäbisch Hall mit dem Pflanzenschutzmittel Dipel ES vorbeugend gegen den Befall des Eichenprozessionsspinners behandeln zu lassen. Die Firma Puschmann GmbH aus Hochdorf hat daraufhin in Zusammenarbeit mit dem städtischen Werkhof ca. 600 Eichen im öffentlichen Bereich auf der Gemarkung Schwäbisch Hall vom Boden aus mit einer Hochleistungsgebläse-Spritze besprüht. Weitere 500 Eichen wurden im Auftrag des Eigenbetriebes Friedhöfe - vorwiegend auf dem Gelände des Waldfriedhofes - behandelt.

Einzelne Eichen nordöstlich Veinau, bei der Heimbachsiedlung sowie nördlich Gailenkirchen wurden als Referenzbäume nicht behandelt. Auch die noch kleinen Amerikanischen Roteichen an der Geschwister-Scholl-Straße wurden, da der Einzelpreis zum Sprühen unabhängig von der Größe war, aus Gründen der Kostenersparnis nicht behandelt. Die Bekämpfung eines akuten Befalles wäre bei den kleinen Eichen unproblematisch durchführbar gewesen.

An den nicht behandelten Referenzbäumen an der Markungsgrenze zwischen Veinau und Bühlerzimmern und bei Heimbach, wurden neue Gespinstnester des Eichenprozessionsspinners beobachtet und vom städtischen Werkhof abgeflammt. Von allen anderen behandelten und auch unbehandelten Eichen ist der Verwaltung kein weiterer Befall bekannt geworden.
Drei unbehandelte große Eichenbäume auf Gemarkung Rosengarten waren stark befallen. Die dortigen Gespinstnester mussten sehr aufwändig und damit kostenintensiv von der Gemeinde Rosengarten beseitigt werden.

Ausschnitte von der Referenzeiche an der Gemarkungsgrenze Veinau – Bühlerzimmern
siehe Grafik

Die Rosskastanienminiermotte (Cameraria ohridella) ist ein Kleinschmetterling, der sich seit etwa 1990 sehr schnell in Mitteleuropa ausbreitet. Der Befall der Weißen Rosskastanie durch die Rosskastanienminiermotte wird schon seit einigen Jahren mit Hilfe von Pheromonfallen durch den städtischen Werkhof beobachtet und kontrolliert. Der städtische Werkhof ist bemüht, an befallenen, stadtbildprägenden Rosskastanien (z. B. am Hirschgraben) das anfallende Laub aufzunehmen und zu entsorgen. Durch Stark­regenereignisse ist die Populationsdichte der Rosskastanienminiermotte in den letzten Jahren etwas geringer geworden. Außerdem beginnen verschiedene Tierarten (Meisen, Erdwespen) sich als Fraßfeinde auf die neue Nahrungsquelle einzustellen.

Die Falter der Rosskastanienminiermotte schlüpfen etwa Mitte April. Die Weibchen legen hunderte Eier an der Oberseite des Blattes ab. Daraus entwickeln sich Larven, die sich rund zwei Wochen später in die Blätter bohren, um den Blattzellen Nährstoffe zu entziehen. Die Fraßgänge (Minen) der Larven führen zu einer schnellen Braunfärbung, zum langsamen Welken der Blätter und zum Laubfall schon im Sommer, was durch die jährliche Wiederholung zur Schwächung der Bäume führt.

Beschluss:

Der Gemeinderat nimmt die Ausführungen zur Kenntnis und beauftragt die Verwaltung auch im Jahr 2014 die städtischen Eichen mit dem Pflanzenschutzmittel Dipel ES vorbeugend zu behandeln und die Populationsentwicklung des Eichenprozessionsspinners zu beobachten. Weiterhin wird die Verwaltung beauftragt, die Entwicklung der Roßkastanienminiermotte zu beobachten, und diese fachgerecht zu bekämpfen.
(einstimmig - 19 -)

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