§ 187 - Neukonzeption Sportplätze Schwäbisch Hall/ Variantenuntersuchung; hier: Projektzwischenbericht (öffentlich)

Aus Ratsinformationssytem Schwäbisch Hall
Version vom 26. November 2013, 11:17 Uhr von Kitterer (Diskussion | Beiträge)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Wechseln zu: Navigation, Suche

Sachvortrag:

Im Haushaltsplan 2012/2013 wurden Mittel zur Sanierung des Hagenbachstadions und zur Neukonzeption der Sportplätze eingestellt. Das Hagenbachstadion mit dem Schulzentrum West wurde in den 1970er Jahren von der damaligen „Neue Heimat Städtebau Baden-Württemberg“ als Generalunternehmer gebaut. Im Bereich des Schulzentrum Ost wurde 2007 ein „Sport- und Festgelände Schenkensee“ vom Fachbereich Planen und Bauen untersucht.
Inzwischen wurde im Rahmen des Haushaltsvollzugs ein neuer Anlauf zur Verbesserung der Sportstättensituation unternommen.
Das Fachplanungsbüro „Plankonzept Ingenieurpartnerschaft für Sport- und Freianlagen“ aus Großbottwar ist ein überregional tätiges Ingenieurbüro für den Sportstättenbau. Dieses Büro wurde mit der Konzeptausarbeitung beauftragt.

Aktuell untersucht das Planungsbüro die nachfolgenden Varianten und Standorte. Ein er­ster grober Kostenrahmen auf der Grundlage der Erfahrungswerte des FB Planen und Bauen und den Ermittlungen des Fachbüros ergibt folgende Ergebnisse:

Variante I: Sanierung Hagenbachstadion im Bestand

Kostenrahmen

a) Sanierung Laufbahn:

ca. 550.000 €

b) Trainingsplatz: Ausbau zum Kunstrasenplatz:

ca. 650.000 €

 

 

Variante II: Neues Ballspielstadion Bereich SZO

Kostenrahmen

a) Hauptspielfeld:

ca. 500.000 €

b) Tribüne, ca. 1.000 Plätze:

ca. 1.000.000 €

c) Umkleide:

ca. 900.000 €

d) Beleuchtung:

ca. 225.000 €

e) Erschließung Zufahrt:

ca. 400.000 €

f) Parkierung 500 Plätze:

ca. 800.000 €

g) Baunebenkosten:

ca. 400.000 €

h) Ausgleichsmaßnahmen:

ca. 200.000 €

i) Nebenspielfeld (Rasenplatz):

ca. 375.000 €

j) Nebenspielfeld (Kunstrasenplatz: 72m*109m):

ca. 750.000 €

k) Spielfeld Baseball:

ca. 400.000 €

l) Grundstückskosten:

je nach Anzahl der Plätze, ca. 8 € / qm

 

 

Variante III:

Ausbau der Sportstätten im Bereich der Auwiese

Kostenrahmen

a) Neubau Tribüne,ca. 1.000 Plätze,:

ca. 1.000.000 €

b) Sanierung, Erneuerung bestehende Tribüne:

ca. 300.000 €

c) Beleuchtung:

ca. 90.000 €

d) Ergänzung Umkleide Unicorns / Renegades:

ca. 600.000 €

e) Umbau Nebenspielfeld in Kunstrasen (64 m * 98 m):

ca. 650.000 €

 

Auf der Grundlage der Bau- und Baugrunduntersuchungen sind in einem zweiten Untersuchungsschritt die Sportanlagen im Bestand im Hinblick auf eine Ertüchtigung noch näher zu untersuchen. Diese Untersuchungen werden durch das „Materialprüfinstitut und Ingenieurbüro Münster“ durchgeführt. Die Ergebnisse liegen in ca. zwei Wochen vor.

Bestandspläne und Bauunterlagen stehen nur im geringen Umfang zur Verfügung. Zur Zeit erfolgt eine Bestandsvermessung am Hagenbachstadion durch das Vermessungsbüro Otterbach, Schwäbisch Hall. Durch den EB Abwasserbeseitigung Schwäbisch Hall wurden die vorhandenen Kanal- und Drainage-Leitungen untersucht. Teilweise sind insbesondere in den Drainage-Leitungen Absetzungen und Versinterungen in großem Umfang vorhanden. Ein Auffräsen dieser Leitungen steht noch an. Diese Kanalunterhaltungsarbeiten sind unabhängig von der Sportstättenkonzeptionen erforderlich.

Gemeinsam mit dem Ingenieurbüro Münster und dem EB Werkhof wurden an den Sportanlagen im Hagenbachstadion und im Bereich der Auwiese Baggerschürfen durchgeführt. Auch diese Ergebnisse der Untersuchungen liegen in ca. 14 Tagen vor.
Die ersten Untersuchungen auf der Kunststoffbahn am Hagenbachstadion ergaben sehr hohe Konzentrationen von Schwermetallen in den Belägen. Dies muss bei der Planung und später beim Bau im Rahmen des Rückbaus berücksichtigt werden.

Im weiteren Verfahren sind ergänzende Anforderungen von Seiten der Vereine und Schulen noch zu berücksichtigen.

Anlage: Präsentation

 

Oberbürgermeister Pelgrim führt in das Thema ein. Aus Anlass des überaus guten Jahresergebnisses 2011 der Stadt möchte er den Ausbau der Sportstätten wieder ins Blickfeld rücken.

Der Persönliche Referent des Oberbürgermeisters, Herr Kaspar, stellt anhand beiliegender Präsentation die Situation der Sportstätten in den Haller Partnerstädten dar.

Oberbürgermeister Pelgrim führt hierzu aus, dass bisher die Kultur in Schwäbisch Hall einen höheren Stellenwert eingenommen hat. Der Sportbereich war von untergeordneter Bedeutung. Aufgrund des überaus guten Jahresergebnisses 2011 ist die Investitionsbereitschaft der Stadt gestiegen. Die vorliegende Sitzungsvorlage gibt Orientierungswerte für die Kosten vor. Darüber hinaus stellt er klar, dass die hohe Konzentration von Schwermetallen auf der Kunststoffbahn im Hagenbachstadion nur hinsichtlich einer Entsorgung von Bedeutung ist, gesundheitliche Beeinträchtigungen sind für die Sportlerinnen und Sportler auszuschließen.
Oberbürgermeister Pelgrim geht auf die Variante I der Sitzungsvorlage ein: Die ursprünglich angesetzten Haushaltsmittel zur Sanierung der Laufbahn lassen sich nach heutigem Stand nicht halten. Für die Sanierung muss mit Kosten in Höhe von ca. 550.000 € gerechnet werden. Aufgrund der hohen Trainingsfrequenz im Westen ist außerdem die Neuschaffung eines Kunstrasenplatzes geplant. Hierbei soll nicht verschwiegen werden, dass für einen Kunstrasenplatz die laufenden Betriebskosten weit niedriger sind als für einen herkömmlichen Rasensportplatz.
Ein früherer Plan war, das Gebiet um die Auwiese in stadtnahes Wohnen umzuwandeln. Durch die Veräußerung von Wohnbauplätzen könnte eine Maßnahme wie ein neues Ballspielstadion im Bereich des SZO (s. Variante II) finanziert werden. Hierfür fand sich seinerzeit im Gemeinderat keine Mehrheit.
Als Alternative ergibt sich die Variante III: Die Modernisierung der Sportstätten im Bereich der Auwiese als zentraler Ballspielort Fußball, American Football sowie Baseball.
Oberbürgermeister Pelgrim bevorzugt die Durchführung der Variante I (Sanierung der Laufbahn im Hagenbachstadion und Neubau des Kunstrasenplatzes), ein zusätzlicher Kunstrasenplatz im SZO für alle in diesem Bereich gelegenen Vereine sowie die Durchführung der Punkte a), c) und d) der Variante III. Diese Lösung wäre weitgehend unterhaltskostenneutraler. Es gilt zu beachten, dass der dargelegte Kostenrahmen eine Bruttobetrachtung ist. Oberbürgermeister Pelgrim hofft auf Zuschüsse des WLSB sowie auf Sponsoring-Zusagen von hier ansässigen Firmen.

Stadtrat Unser bestätigt den Handlungsbedarf bei der Sanierung von Sportstätten. Er bittet jedoch dringend, auch die Vereine vor Ort in das Konzept mit einzubeziehen.

Stadtrat Dr. Pfisterer rät beim Sportstättenbau bzw. -unterhalt ein PPP-Projekt (Public Private Partnership) in Erwägung zu ziehen. Er möchte außerdem eine umfassende Bedarfsermittlung, die auch die Teilortsvereine wie auch die nicht ballspielenden Vereine wie die WGL (Leichtathletik) mit ins Boot holt. Er bittet darüber hinaus Fachbereichsleiter Planen und Bauen Neumann um eine Äußerung bezüglich der Konzentration von Schwermetallen in den Belägen der Kunststoffbahn im Hagenbachstadion.

Oberbürgermeister Pelgrim zitiert ein Gutachten von Dr. Löcher, Ludwigsburg, wonach negative gesundheitliche Auswirkungen nicht zu erwarten sind.

Stadtrat Gehrke plädiert für ein neues Ballspielstadion im Osten der Stadt. Er hält den Ausbau der Auwiese aus den verschiedensten Gründen für nicht ideal (umfassender Spielbetrieb, Lärmbelästigungen des Diaks bzw. der Anwohnerinnen/ Anwohner in der Neumäuerstraße). Er möchte außerdem den Ball flach halten, den Workshop abwarten und weitere Überlegungen in der Fraktion wie auch im Gemeinderat anstellen.

Stadträtin Herrmann sieht es als ihre Aufgabe an, sich um die Erfüllung von Pflichtaufgaben (Schulsport) zu kümmern. Sie bittet um eine Aufstellung, welche städtischen Anlagen mit welchem Aufwand saniert werden müssen und wie eine Finanzierung zu leisten ist.

Oberbürgermeister Pelgrim drägt auf eine Grundsatzentscheidung. Für ihn ist klar, dass im Falle eines Stadtion-Neubaus im Osten, die Auwiese aufgegeben werden muss - anderenfalls würden die Unterhaltskosten erheblich in die Höhe schnellen. Steht man einer anderen Nutzung der Auwiese kritisch gegenüber, ist durchaus die Variante III eine Möglichkeit. Eine Entscheidung ist jedoch unabdingbar, da sonst Gelder für unnötige Planungen ausgegeben würden.

Stadtrat Reber hält es für richtig, drei Grundvarianten zu diskutieren.

Stadtrat Dr. Graf von Westerholt bittet um Einrichtung eines Berichtwesens, um einen besseren Überblick über die Punkte „Pflichtaufgaben/ Schulsport“, „Vereine (auch in den Ortschaften)“ und „Stadion-Neubau“ zu erhalten.

Stadtrat Kaiser hinterfragt die Zeitschiene.

Oberbürgermeister Pelgrim entgegnet, dass eine Entscheidung aufgrund des Leitbildprozesses und des Bedarfs des Schulsports noch dieses Jahr erfolgen sollte. Es wird hierzu ein Workshop angeboten. Eine Entscheidung ist für November 2012 angedacht.

Der Projektzwischenbericht wird zur Kenntnis genommen.

Meine Werkzeuge